Depressionen neue Volkskrankheit in Deutschland

Rund 4,1 Milli­onen Menschen in Deutschland leiden mittlerweile unter Depressionen, welche sich somit langsam zur Volkskrankheit Nr.1 entwickelt. 

Volkskrankheiten sind Krankheiten, von denen ein großer Anteil der Bevölkerung betroffen ist. Diese Krankheiten sind in der Regel nichtepidemisch also nicht seuchenartig aber fallen aufgrund ihrer Verbreitung und ihrer wirtschaftlichen Auswirkungen wie Behandlungskosten, Anspruch auf Lohnausgleich bei Arbeitsunfähigkeit, Frühberentung sozial ins Gewicht.

Bereits im Jahr 1832 wurde der Begriff Volkskrankheit erstmalig vom Medizinhistoriker Justus Friedrich Karl Hecker für die psychischen Epidemien des Mittelalters wie Tanzwut eingeführt.


Was sind alles Volkskrankheiten?

Typische Volkskrankheiten sind Zivilisationskrankheiten und kommen somit vorwiegend in den Industrienationen vor. Dieses hier ist keine Rangliste, sondern nur eine Auflistung an weit verbreiteten Volkskrankheiten.

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Folgen von Bluthochdruck
  • Rückenschmerzen
  • Diabetes mellitus Typ 2 (Zuckerkrankheit) die Folge von Überernährung
  • Atemwegserkrankungen
  • Depressionen
  • Arthrose
  • Krebs

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Depressionen auf dem Vormarsch

Depressionen entwickeln sich zur neuen Volkskrankheit Nummer 1 in Deutschland – Die Zahl der Menschen mit Depressionen steigt nicht nur hier rasant an, sondern ist bereits ein weltweites Problem.

Die durch Stimmungsstörungen und Angstzustände in der EU verursachten Kosten werden mit 170 Mrd. € pro Jahr veranschlagt und das obwohl über 50% der schweren Depressionen nicht behandelt werden.

Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) gab in einer Studie bekannt, dass 2015 rund 322 Millionen Menschen von der neuen Volkskrankheit Nr. 1 – Depressionen – betroffen waren. Zum Vergleich: Rund 35 Millio­nen Menschen leben mit Krebs..

322 Millionen Menschen in 2015 entspricht 4,4 Prozent der Weltbevölkerung, dass sind gut 18 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.

Depressionen: Eine soziale und ökonomische Zeitbombe

Diese prägnant gehaltene Publikation basiert auf einer Reihe von Vorträgen aus einer internationalen Tagung, die von der WHO zusammen mit der International Federation of Health Funds der Harvard Medical School und dem Sir Robert Mond Memorial Trust organisiert wurde, und liefert die neuesten Informationen über die weltweit verbreitetste psychiatrische Erkrankung: Depressionen.


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Eine völlig unterschätzte Volkskrankheit

Ein Teil des Anstiegs dieser Krankheit ist natürlich auf das Bevölkerungswachstum zurückzuführen. Auch die höhere Lebenserwartung der Menschen heute ist mitverantwortlich, da besonders viele ältere Menschen von Depressionen betroffen sind. Depression ist heute weltweit die Nummer 1 für Lebensbeeinträchtigung.

Alleine in Deutschland sind mit 4,1 Milli­onen Menschen 5,2 Prozent der Bevölkerung betroffen. Depressio­nen gehörten zu den häufigsten und mit Blick auf die Schwere am meisten unterschätzten Erkrankungen.

Auf Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, Erkrankungen des Atmungssystems sowie psychische Erkrankungen entfielen 2015 mit 54,5 Prozent mehr als die Hälfte aller Krankheitstage in Deutschland.

Ganze vorne im Ranking mit dabei sind psychische Erkrankungen. Ihr Anteil am Krankenstand hat sich auf 17,1 Prozent erhöht. Frauen fehlten mit Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen fast doppelt so häufig wie Männer.

AU-Tage und AU-Fälle pro 100 Versichertenjahre aufgrund psychischer Erkrankungen wie z.B. Depressionen

Auch die Ausfalldauer bei Depressionen ist mit im Schnitt 35 Tage extrem lange und hat damit sogar die von Krebserkrankungen übertroffen.

Der Anstieg der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen ist lt. DAK-Gesundheitsreport eine der auffälligsten Entwicklungen in Bezug auf die Krankenstandskennziffern in den letzten Jahren. Psychische Erkrankungen lagen 2016 mit einem Anteil von rund 17,1 Prozent hinsichtlich ihrer Bedeutung für den Krankenstand erstmals an zweiter Stelle.

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Die 10 häufigsten Gründe für Krankschreibungen 2016 gemessen an den AU-Tagen

  • Platz 1: Rückenschmerzen – 22,2%
  • Platz 2: Psychische Erkrankungen – 17,1%
  • Platz 3: Atmungssystem – 14,7%
  • Platz 4: Verletzungen und Vergiftungen – 11,9%
  • Platz 5: Verdauungssystem – 5,1%
  • Platz 6: Neubildungen wie z.B. Krebs – 4,6%
  • Platz 7: Infektionen – 4,6 %
  • Platz 8: Kreislaufsystem – 4,4%
  • Platz 9: Nervensystem, Augen, Ohren – 4,3%
  • Platz 10: Unspezifische Symptome – 3,9%


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Depressionen: Wer ist besonders betroffen?

Gerade Jugendliche, Frauen vor und nach der Geburt sowie ältere Menschen sind besonders von diese Erkrankung betroffen. Die heutige Jugend steht wie keine andere Gene­ration zuvor so unter Druck.

Auch Mobbing und Internet wie Social Media stehen im direktem Zusammenhang und tragen zu Angststörungen und Depressionen bei Jugendlichen bei.

Lehrer und psychologische Berater an Schulen müssten demnach besser ausgebildet werden, um gefährdete Kinder besser erkennen zu können. Auch die Vermittlung von mehr Lebenskompetenz an den Schulen könnte die Widerstandsfähigkeit der Kinder gegen Druck von außen stärken.

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Anteile der 4 wichtigsten Krankheitsarten bei Frauen und Männer

  1. Psychische Erkrankungen – 20,1% Frauen / 14,1% Männer
  2. Muskel-Skelett-System – 20,0% Frauen / 24,3% Männer
  3. Atmungssystem – 15,5% Frauen / 13,8% Männer
  4. Verletzungen und Vergiftungen – 8,8% Frauen / 14,8% Männer

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Was kosten uns Depressionen pro Jahr?

Was kostet die Volkskrankheit „Depressionen“ pro Jahr?  Depressionen und Angststörungen kosten der Weltwirtschaft jedes Jahr über 1.000 Milliarden oder eine Billion US-Dollar. Zu diesem unglaublich klingendem Ergebnis kommt eine unter der Regie der WHO durchgeführten Studie.

  • Weltweit 850 Mrd. € pro Jahr
  • Europa 170 Mrd. € pro Jahr
  • Deutschland 25 Mrd. € pro Jahr

Im Jahr 2030 wird die Depression die häufigste Volkskrankheit in Industrieländern sein. Davon geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus. Bereits heute sorgen psychische Erkrankungen nur in Deutschland für Kosten in Höhe von bis zu 25 Milliarden Euro.

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Fazit:

Eigentlich geht es uns doch gut könnte man meinen. Doch je besser es uns geht, umso größer die Psychische Erkrankungen wie Depressionen. Besteht hier einen Zusammenhang und hat die steigende Zahl der Erkrankten was mit Verlustängsten zu tun?

Klar ist, diese Krankheit wurde bislang maßlos unterschätzt und jeder, der in der Vergangenheit nur das Wort „Depressionen“ in den Mund nahm, wurde direkt als nicht belastbar und Weichei abgestempelt. Doch langsam aber sicher ist aus der Weichei-Krankheit eine Volkskrankheit mit immensen Ausmaß geworden.

Depressionen sind behandelbar und mit einer angemessenen Therapie vermieden werden. Hierzu muss die Krankheit erst einmal richtig diagnostiziert werden, denn 75% der unter schweren Depressionen leidenden Menschen haben keine angemessene Therapie.

Hier gibt es also noch große Lücken in diagnostischer und therapeutischer Versorgung.

Die Krankheit muss in unserer Leistungs-Gesellschaft anerkannt werden, denn selbst wenn Therapien  vorhanden sind, nutzen Menschen mit Depressionen diese oft nicht aus Angst vor Vorurteilen und Diskriminierung.

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